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Anläßlich einer Schulleiterkonferenz am 22. Januar 2020 in Veitshöchheim wurde der MENTOR-Verein Würzburg mit anliegender Präsentation vorgestellt.

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Pressemeldung, Mainpost 20.09.19

Lesen fördert Empathie, Fantasie und soziales Verhalten. Um Kindern und Jugendlichen Spaß am Lesen und am Umgang mit Sprache nahezubringen, haben sich im Juli mehrere Ehrenamtliche zusammengetan und den Verein "Die Leselernhelfer Würzburg" gegründet. "Unsere Vision ist es, dass jedes Kind und jeder Jugendliche mit Leseproblemen oder sprachlichen Defiziten von einem Lesementor gefördert werden soll", sagt der Vorsitzende Detlef Aster.

Der pensionierte Bauingenieur war auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Aufgabe, als er auf das bundesweite Mentoring-Programm stieß. "Da es in Würzburg noch keinen Verein gab, haben wir diese Herausforderung angenommen", sagt er. Auch für Kinder mit Migrationshintergrund sei es enorm wichtig, Förderung zu bekommen, um die deutsche Sprache gut zu lernen. "Durch viel Lesen wird das natürlich gefördert." Unterstützt wird Aster von der Leiterin der Stadtbücherei, Anja Flicker, und ihrem Team. So hat Flicker die Aufgabe der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins übernommen und stellt auch eine Räumlichkeit in der Bücherei zur Verfügung.    

Ein Vertrauensverhältnis aufbauen

Das Mentor-Programm unterscheidet sich von anderen Leseinitiativen dadurch, dass jeweils ein Lesementor gezielt mit nur einem Kind - nach dem sogenannten 1:1-Prinzip - arbeitet. Das Vermitteln von Lesekompetenz durch die kontinuierliche Begleitung des Kindes für mindestens ein Jahr lang, entspreche der pädagogischen Förderphilosophie von Mentor, erklärt Aster.

Die Leselernhelfer schenken den Kindern Zeit und Zuwendung: Dass die Schüler mit den Mentoren eine wichtige soziale Erfahrung machen, die auch ihr Selbstwertgefühl stärkt, habe sich in Schweinfurt gezeigt, erklärt er. Dorthin habe er zwecks Erfahrungsaustausch den Kontakt gesucht, denn den Schweinfurter Verein gibt es schon seit mehr als zehn Jahren. "Mit der Zeit können Mentoren Vertraute werden", ist er sich sicher. Und über die Verbindung vom Mentor zum Lesekind ließen sich Lerninhalte leichter transportieren und festigen.

Auch die 68-jährige Karin Pragel ist Mitglied im Würzburger Verein und möchte Sinnvolles tun. "Ich finde das Konzept gut, sich intensiv mit nur einem Lese-Kind zu beschäftigen. So ist es auch möglich, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und für die Kinder Ansprechpartner zu sein, wenn sie in schwierigen Situationen sind", hofft sie.

Erste Schule ist die Adalbert-Stifter Grundschule

Im Oktober soll es mit dem Lesen losgehen, berichtet Aster. Pilotschule wird die Adalbert-Stifter-Grundschule in der Zellerau sein. "Die Lehrer schlagen uns vor, welche Kinder für eine Förderung infrage kommen. Natürlich brauchen wir auch die Zustimmung der Eltern", beschreibt Aster das Prozedere. Damit aufgrund der 1:1-Betreuung erst gar kein Unbehagen bei den Eltern aufkomme, werden immer zwei Leselernhelfer gemeinsam mit ihren Lesekindern in einem Raum in der Schule sein, so Aster.

Der Vorsitzende und sein bisher zehnköpfiges Team sind auf der Suche nach weiteren Lesementoren, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Aber was sollten sie mitbringen?

Was muss ein Lesementor mitbringen?

"Lesementoren sollten die Zeit und Motivation aufbringen, Kinder mit viel Geduld und Humor für das Lesen zu begeistern", erklärt Aster. Oft seien erste Erfolge schon nach wenigen Monaten sichtbar und eine schöne Erfahrung für alle Beteiligten. Der Verein organisiert die Zusammenarbeit mit den Schulen, kümmert sich um die Einführung und Weiterbildung der Lesementoren und bietet Begleitung und Austausch im Rahmen des Ehrenamts an.

Natürlich sollten altersgemäße Texte gelesen werden: Die Wünsche des Kindes können dabei aber durchaus berücksichtigt werden. "Gemeinsam über das Gelesene sprechen und mit Fantasie und Kreativität die Leselust wecken, das erhoffen wir uns", so Aster. Auf die ehrenamtliche Arbeit freut sich auch der 62-jährige Bernd Geyer, der nun Schatzmeister des Vereins ist. Er war schon in der Flüchtlingsarbeit tätig und sei motiviert den Kindern eine bessere Zukunftschance zu ermöglichen. 

Geschrieben von Katja Glatzer, Mainpost