Aktuelles

Mitgliederversammlung mit Neuwahlen

Erfreulicherweise konnte die diesjährige Mitgliederversammlung am 24. August 2021 als Präsenzveranstaltung stattfinden. Die neue Leiterin der Stadtbücherei, Frau Martha Maucher, stellte das Lesecafé kostenlos zur Verfügung, das groß genug ist, um die Veranstaltung coronakonform durchzuführen. Sie war es auch, die die anwesenden Mitglieder begrüßte und sich kurz vorstellte, da sie die Leitung erst vor etwas mehr als einem Jahr übernommen hatte. Sie betonte, dass sie sich – wie schon ihre Vorgängerin – gern für den Verein engagiere und die Bücherei als Schnittstelle betrachte, die den MENTOR-Verein nach Kräften unterstützen werde, z.B. in Form von Führungen durch die Kinder- und Jugendbibliothek. Sie stellte auch in Aussicht, dass alle ehrenamtlichen MENTOR*Innen einen kostenlosen Leseausweis bekämen. Der bisherige Vorsitzende Herr Detlef Aster klärte anschließend über den Ablauf der Mitgliederversammlung auf, zu der er ordnungsgemäß am 14.7.2021 per E-Mail eingeladen hatte und stellte die Beschlussfähigkeit fest. Es folgte der Jahresbericht über die Vereinsaktivitäten im Jahr 2020/2021, die coronabedingt leider sehr eingeschränkt waren, so dass der Verein aktuell quasi vor einem Neuanfang stehe. Für das neue Schuljahr sei die Wiederaufnahme des Lesebetriebs in allen beteiligten Schulen geplant, auch die Schulen in Höchberg und Eibelstadt zeigten Interesse an einer Unterstützung durch MENTOR*Innen. Herr Aster werde – wie gewohnt – Kontakt zu den Schulen aufnehmen. Die Neuwahl des Vorstands ergab folgende Ergebnisse: Herr Detlef Aster wird weiter dem Verein als erster Vorsitzender vorstehen, zweite Vorsitzende ist Frau Martha Maucher. Herr Bernd Geyer fungiert unter Vorbehalt wieder als Schatzmeister, sollte er diese Funktion kurzfristig nicht mehr ausüben können, steht Herr Reinhold Wallrapp als Stellvertreter zur Verfügung. Die Kasse wird wie bisher von Frau Sieglinde Bieber und Frau Katharina Decker geprüft. Der neugewählte Vorstand wird sich in regelmäßigen Abständen treffen, um die weitere Entwicklung des Vereins zu gestalten, aber auch alle anderen Mitglieder sind herzlich dazu eingeladen, sich an diesen Treffen zu beteiligen und ihre Ideen einzubringen.

Der neue Vorstand

Von links nach rechts: Herr Detlef Aster, Herr Reinhold Wallrapp, Frau Martha Maucher, Herr Bernd Geyer, Frau Sieglinde Bieber, Frau Katharina Decker

Pläne für das Schuljahr 2021/2022

Nachdem coronabedingt im Schuljahr 2020/2021 die Aktivitäten an den Schulen leider brach lagen, geht es nun darum, den Blick in die Zukunft zu richten. An einigen Würzburger Grundschulen konnte nach Ende der Pfingstferien wieder mit den Lesestunden begonnen werden, andere Schulen planen die Wiederaufnahme erst für den Herbst des neuen Schuljahres, so auch die Adalbert-Stifter-Grundschule in der Friedrichstraße.

In einem konstruktiven Treffen mit stellvertretender Schulleiterin Frau Sabine Hofmann wurden Detlef Aster, der Vorsitzende des Vereins, und Vereinsmitglied Margit Wenger-Schott über die Probleme des vergangenen Schuljahrs unterrichtet: es gab viel Unruhe, das soziale Miteinander ging verloren und manche Schüler sind regelrecht abgetaucht. Das aktuelle Schuljahr soll daher einfach möglichst "normal" zu Ende gebracht werden.

Im neuen Schuljahr sind die MENTOR-Leselernhelfer*Innen aber wieder willkommen, und man hat auch gemeinsam Möglichkeiten einer digitalen Unterstützung im Falle eines erneuten Lockdowns erörtert. Die Schule verfügt mittlerweile über eine ausreichend Anzahl an digitalen Endgeräten, die bedürftige Schülern bis Ende der 4. Klasse ausleihen können, und das Bayrischen Kultusministerium stellt den Grundschulen die neue Plattform visavid für den digitalen Austausch zur Verfügung. Ob auch MENTOR*Innen mit ihren Lesekindern auf dieser Plattform werden arbeiten können muss noch geklärt werden.

Herr Aster informierte Frau Hofmann über die Veranstaltung "Digitaler Treffpunkt der Generationen". Hier geht es darum, in drei halbtätigen Fortbildungsveranstaltungen MENTOR*innen an den Einsatz von I-Pads in den Lesestunden heranzuführen und ihnen passende Apps für verschiedene Bereiche des Leselernens an die Hand zu geben.

Nach diesem sehr netten Kennenlerntreffen freuen sich alle drei Teilnehmer*Innen nun auf das neue Schuljahr, in der Hoffnung, dass die Leseunterstützung für die Kinder wieder möglich sein wird, vor Ort und - wenn es sein muss - auch digital.

Netzwerke bilden

Anläßlich einer Schulleiterkonferenz am 22. Januar 2020 in Veitshöchheim wurde der MENTOR-Verein Würzburg mit anliegender Präsentation vorgestellt.

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Pressemeldung, Mainpost 20.09.19

Lesen fördert Empathie, Fantasie und soziales Verhalten. Um Kindern und Jugendlichen Spaß am Lesen und am Umgang mit Sprache nahezubringen, haben sich im Juli mehrere Ehrenamtliche zusammengetan und den Verein "Die Leselernhelfer Würzburg" gegründet. "Unsere Vision ist es, dass jedes Kind und jeder Jugendliche mit Leseproblemen oder sprachlichen Defiziten von einem Lesementor gefördert werden soll", sagt der Vorsitzende Detlef Aster.

Der pensionierte Bauingenieur war auf der Suche nach einer ehrenamtlichen Aufgabe, als er auf das bundesweite Mentoring-Programm stieß. "Da es in Würzburg noch keinen Verein gab, haben wir diese Herausforderung angenommen", sagt er. Auch für Kinder mit Migrationshintergrund sei es enorm wichtig, Förderung zu bekommen, um die deutsche Sprache gut zu lernen. "Durch viel Lesen wird das natürlich gefördert." Unterstützt wird Aster von der Leiterin der Stadtbücherei, Anja Flicker, und ihrem Team. So hat Flicker die Aufgabe der stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins übernommen und stellt auch eine Räumlichkeit in der Bücherei zur Verfügung.    

Ein Vertrauensverhältnis aufbauen

Das Mentor-Programm unterscheidet sich von anderen Leseinitiativen dadurch, dass jeweils ein Lesementor gezielt mit nur einem Kind - nach dem sogenannten 1:1-Prinzip - arbeitet. Das Vermitteln von Lesekompetenz durch die kontinuierliche Begleitung des Kindes für mindestens ein Jahr lang, entspreche der pädagogischen Förderphilosophie von Mentor, erklärt Aster.

Die Leselernhelfer schenken den Kindern Zeit und Zuwendung: Dass die Schüler mit den Mentoren eine wichtige soziale Erfahrung machen, die auch ihr Selbstwertgefühl stärkt, habe sich in Schweinfurt gezeigt, erklärt er. Dorthin habe er zwecks Erfahrungsaustausch den Kontakt gesucht, denn den Schweinfurter Verein gibt es schon seit mehr als zehn Jahren. "Mit der Zeit können Mentoren Vertraute werden", ist er sich sicher. Und über die Verbindung vom Mentor zum Lesekind ließen sich Lerninhalte leichter transportieren und festigen.

Auch die 68-jährige Karin Pragel ist Mitglied im Würzburger Verein und möchte Sinnvolles tun. "Ich finde das Konzept gut, sich intensiv mit nur einem Lese-Kind zu beschäftigen. So ist es auch möglich, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und für die Kinder Ansprechpartner zu sein, wenn sie in schwierigen Situationen sind", hofft sie.

Erste Schule ist die Adalbert-Stifter Grundschule

Im Oktober soll es mit dem Lesen losgehen, berichtet Aster. Pilotschule wird die Adalbert-Stifter-Grundschule in der Zellerau sein. "Die Lehrer schlagen uns vor, welche Kinder für eine Förderung infrage kommen. Natürlich brauchen wir auch die Zustimmung der Eltern", beschreibt Aster das Prozedere. Damit aufgrund der 1:1-Betreuung erst gar kein Unbehagen bei den Eltern aufkomme, werden immer zwei Leselernhelfer gemeinsam mit ihren Lesekindern in einem Raum in der Schule sein, so Aster.

Der Vorsitzende und sein bisher zehnköpfiges Team sind auf der Suche nach weiteren Lesementoren, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Aber was sollten sie mitbringen?

Was muss ein Lesementor mitbringen?

"Lesementoren sollten die Zeit und Motivation aufbringen, Kinder mit viel Geduld und Humor für das Lesen zu begeistern", erklärt Aster. Oft seien erste Erfolge schon nach wenigen Monaten sichtbar und eine schöne Erfahrung für alle Beteiligten. Der Verein organisiert die Zusammenarbeit mit den Schulen, kümmert sich um die Einführung und Weiterbildung der Lesementoren und bietet Begleitung und Austausch im Rahmen des Ehrenamts an.

Natürlich sollten altersgemäße Texte gelesen werden: Die Wünsche des Kindes können dabei aber durchaus berücksichtigt werden. "Gemeinsam über das Gelesene sprechen und mit Fantasie und Kreativität die Leselust wecken, das erhoffen wir uns", so Aster. Auf die ehrenamtliche Arbeit freut sich auch der 62-jährige Bernd Geyer, der nun Schatzmeister des Vereins ist. Er war schon in der Flüchtlingsarbeit tätig und sei motiviert den Kindern eine bessere Zukunftschance zu ermöglichen. 

Geschrieben von Katja Glatzer, Mainpost